Trennungsberatung

zwei Menschen sitzen auseinander

Es war anfangs ein Stre­it wie jed­er andere — und kurze Zeit später ist die Tren­nung aus­ge­sprochen. Eine Beziehung, die bis ger­ade noch Bestand hat­te, ist nun zer­brochen. Das ist der Moment, in der sich Tren­nung alles verän­dert. Gefüh­le wie Trauer, Wut und Verzwei­flung kön­nen über­wälti­gend sein, und die vie­len Entschei­dun­gen, die jet­zt getrof­fen wer­den müssen, wirken oft erdrück­end. In solchen Phasen fühlt es sich manch­mal an, als gäbe es keinen klaren Weg nach vorne. Doch so schw­er diese Zeit auch sein mag — sie bietet auch die Chance auf neue Ori­en­tierung und Per­spek­tiv­en. Genau da kann eine Tren­nungs­ber­atung helfen.

Es gibt einige klare Anze­ichen für eine schwierige Phase in der Beziehung. Diese Anze­ichen kön­nen schle­ichend auftreten oder plöt­zlich deut­lich wer­den. Es ist wichtig, sie wahrzunehmen, um rechtzeit­ig Unter­stützung zu suchen. Häu­fige Anze­ichen sind:

Ständi­ge Kon­flik­te
Auseinan­der­set­zun­gen und Mei­n­ungsver­schieden­heit­en wer­den zum All­t­ag. Oft führen selb­st kleine The­men zu großen Stre­it­ereien, und eine gemein­same Lösung scheint unerr­e­ich­bar.

Emo­tionale Dis­tanz
Ein Gefühl der Ent­frem­dung stellt sich ein, und die emo­tionale Verbindung, die früher bestand, ist schwäch­er gewor­den. Gespräche wer­den ober­fläch­lich oder find­en kaum noch statt.

Man­gel an Ver­trauen
Mis­strauen, Eifer­sucht oder Verdäch­ti­gun­gen kön­nen die Beziehung belas­ten. Wenn das Ver­trauen ver­loren geht, fällt es schw­er, eine sta­bile Basis aufrechtzuer­hal­ten.

Rück­zug oder Iso­la­tion
Ein Part­ner zieht sich immer mehr zurück, ver­bringt weniger Zeit in der Beziehung oder geht emo­tionale The­men bewusst aus dem Weg. Es entste­ht das Gefühl, dass man „nebeneinan­der her lebt“.

Keine gemein­same Zukun­ft­s­pla­nung
Pläne für die Zukun­ft oder gemein­same Ziele wer­den nicht mehr besprochen, oder es beste­ht das Gefühl, dass der Part­ner kein Inter­esse mehr an ein­er gemein­samen Zukun­ft hat.

Ver­nach­läs­si­gung von Zunei­gung und Intim­ität
Kör­per­liche Nähe, Zunei­gung und Intim­ität nehmen deut­lich ab. Der Aus­tausch von Wärme und Gebor­gen­heit wird sel­tener oder bleibt ganz aus.

Diese Anze­ichen bedeuten nicht zwangsläu­fig, dass eine Tren­nung unver­mei­dlich ist. Oft kön­nen durch Gespräche und pro­fes­sionelle Unter­stützung Wege gefun­den wer­den, wieder zueinan­derzufind­en.

Wenn die Beziehung dauer­haft von diesen Prob­le­men geprägt ist, kann eine Tren­nungs­ber­atung helfen, Klarheit zu gewin­nen und her­auszufind­en, wie es weit­erge­hen kann – gemein­sam oder getren­nt.

Trennungen systemisch betrachtet

Ein klein­er Ein­schub aus sys­temis­ch­er Sicht, wie Tren­nun­gen noch betra­chtet wer­den kön­nen. Wir treten kurz einen Schritt zurück und betra­cht­en diese von außen. Dann kön­nen wir bess­er ver­ste­hen, wann diese stat­tfind­en, wie der Ablauf ist und wann man Unter­stützung holen sollte.

Wann finden Trennungen statt?

Immer wenn wir mit einem Men­schen eine Beziehung auf­bauen — damit sind auch ober­fläch­liche Beziehun­gen gemeint zu Men­schen, mit denen wir wenig Kon­takt haben — begin­nt ein Beziehung­sprozess. Das heißt, mit jedem Tre­f­fen (und jedem Gedanken an die Per­son) wird sich die Beziehung zu der gegenüber­liegen­den Per­son verän­dern. Und diese Beziehung unter­liegt wie vieles im Leben den Bedin­gun­gen von Prozessen.

Der Verän­derung­sprozess wie aus dem Lehrbuch. Bzw. hier von meinem Blog­beitrag dazu.

Jede Beziehung durch­läuft in den Verän­derung­sprozessen bes­timmte Phasen:

  1. Sta­tus Quo – alles ist gewohnt und ver­traut
  2. Verän­derung – Etwas neues tritt ein. Oft wird dieses neue / unbekan­nte geleugnet, bzw. es wird Wider­stand dage­gen geleis­tet
  3. Chaosphase – Wie soll denn das Leben so weit­er gehen? Alles wirkt chao­tisch und kein Land ist in Sicht. Das ist oft eine sehr emo­tionale Zeit.
  4. Anpas­sung – die Strate­gien wer­den angepasst und es wird ver­sucht, mit der neuen Sit­u­a­tion zurechtzukom­men
  5. Neuer Sta­tus Quo – die neuen Strate­gien greifen nun so gut, dass ein neues Gle­ichgewicht ent­standen ist (eine neue Phase 1).

Verän­derun­gen, die außer­halb unser­er Kon­trolle sind, mögen wir nicht — deswe­gen ver­suchen wir gerne Phase 3 — die Chaosphase zu ver­mei­den. Denn da fühlen wir uns Macht- und Ori­en­tierungs­los. Wenn wir nicht gel­ernt haben, mit dieser Phase umzuge­hen, investieren wir ganz viel Energie darin, diese zu ver­hin­dern und den (schädlichen) Sta­tus Quo zu behal­ten.

Bei ein­er Tren­nung kann man oft fest­stellen, dass das Paar über län­gere Zeit in der Phase des Wider­stands und der Verän­derung ver­har­rt hat. Statt in die Chaosphase überzuge­hen, in der die Beziehung unter neuen Bedin­gun­gen hätte neu geord­net wer­den kön­nen, wurde aus Angst vor Verän­derun­gen und der unsicheren Zukun­ft alle Energie darauf ver­wen­det, den bish­eri­gen Zus­tand zu bewahren. Dieser Ver­such, den alten Sta­tus Quo aufrechtzuer­hal­ten, hat lange funk­tion­iert – doch nun ist er nicht mehr trag­bar.

Jet­zt ist es zu spät. Anstatt ein­er früheren, seicht­en Chaosphase, in der sich ver­gle­ich­weise wenig geän­dert hat, gibt es jet­zt Ulti­mo Ratio — die Beziehung ist been­det.

Hier wird ein Klient zu sein­er Tren­nung berat­en — zumin­d­est stellt sich eine KI das genau so vor.

2. Maßnahmen: Wie ich Sie bei einer Trennung unterstütze

In der Tren­nungs­ber­atung arbeite ich mit ver­schiede­nen Meth­o­d­en, die auf Ihre per­sön­liche Sit­u­a­tion abges­timmt sind. Ziel ist es, Sie emo­tion­al zu sta­bil­isieren und Ihnen bei der Neuaus­rich­tung zu helfen. Hier sind einige der wichtig­sten Maß­nah­men:

Systemische Beratungsgespräche

In unseren Gesprächen reflek­tieren wir Ihre aktuelle Sit­u­a­tion und die Emo­tio­nen, die mit der Tren­nung ein­herge­hen. Gemein­sam erar­beit­en wir, welche inneren Ressourcen Ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen und wie Sie diese nutzen kön­nen, um Klarheit zu gewin­nen und die näch­sten Schritte zu pla­nen.

Emotionale Stabilisierung

Gefüh­le wie Trauer, Wut oder Ent­täuschung sind bei ein­er Tren­nung nor­mal, kön­nen aber über­wälti­gend wirken. In der Beratung biete ich Ihnen Raum, diese Emo­tio­nen zu ver­ar­beit­en und eine gesunde Bal­ance zu find­en. Dadurch kön­nen Sie sich schrit­tweise emo­tion­al sta­bil­isieren und neuen Mut fassen.

Neuorientierung im Leben

Eine Tren­nung bedeutet oft auch, das eigene Leben neu zu ord­nen und eine Per­spek­tive für die Zukun­ft zu entwick­eln. Gemein­sam arbeit­en wir daran, Ihre Ziele und Wün­sche zu definieren und Ihnen Schritt für Schritt wieder mehr Selb­st­sicher­heit und Ori­en­tierung zu geben.

Kommunikationsstrategien

Beson­ders wenn Kinder involviert sind oder der Kon­takt zum Ex-Part­ner beste­hen bleibt, ist eine klare und respek­tvolle Kom­mu­nika­tion wichtig. Ich unter­stütze Sie dabei, Wege zu find­en, wie Sie auch in schwieri­gen Gesprächen sach­lich und lösung­sori­en­tiert bleiben kön­nen.

Unterstützung bei Entscheidungsfindung

Eine Tren­nung bringt viele schwierige Entschei­dun­gen mit sich, sei es in Bezug auf den zukün­fti­gen Lebensweg, die Wohn­si­t­u­a­tion oder den Umgang mit gemein­samen Kindern. Ich helfe Ihnen, Klarheit über Ihre Wün­sche und Bedürfnisse zu gewin­nen und fundierte Entschei­dun­gen zu tre­f­fen, die Ihnen langfristig gut­tun.

Ablauf der Trennungsberatung

1. Erstgespräch

Im Erst­ge­spräch klären wir Ihre aktuelle Sit­u­a­tion und for­mulieren, welche Unter­stützung Sie in der Tren­nungsphase benöti­gen.

2. Regelmäßige Sitzungen

In den fol­gen­den Sitzun­gen besprechen wir Ihre Emo­tio­nen, Her­aus­forderun­gen und näch­ste Schritte, um Sie auf dem Weg der Neuori­en­tierung zu begleit­en.

3. Zwischenziele

Wir set­zen uns konkrete Zwis­chen­ziele, um den Fortschritt sicht­bar zu machen und Ihnen wieder mehr Kon­trolle über Ihr Leben zu geben.

4. Abschlussgespräch

Am Ende der Beratung reflek­tieren wir Ihre Fortschritte und besprechen, wie Sie das Gel­ernte langfristig umset­zen kön­nen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Dauer der Tren­nungs­ber­atung hängt von Ihrer per­sön­lichen Sit­u­a­tion ab. Oft reicht ein Zeitraum von mehreren Wochen bis drei Monat­en, um Sie durch die akute Phase der Tren­nung zu begleit­en. Die Anzahl der Sitzun­gen und deren Fre­quenz besprechen wir gemein­sam im Erst­ge­spräch und passen diese an Ihre Bedürfnisse an.

Eine typ­is­che Sitzung dauert etwa 60 Minuten.

Die Kosten vari­ieren je nach Art der Sitzung. Das sind die Kosten:

Zu Beginn tre­f­fen wir uns je nach Ihrer Sit­u­a­tion ein- bis zweimal pro Woche. Sobald sich die Lage sta­bil­isiert hat, reduzieren wir die Sitzun­gen auf alle zwei Wochen, und später nach Bedarf noch sel­tener.

Das Ziel ist es, dass Sie möglichst bald eigen­ständig in der Lage sind, Ihre The­men zu bewälti­gen, sodass meine Unter­stützung nicht mehr notwendig ist.

Ja, die Tren­nungs­ber­atung kann flex­i­bel online per Video oder tele­fonisch erfol­gen. So haben Sie die Möglichkeit, von jedem Ort aus Unter­stützung zu erhal­ten, was beson­ders in akuten Phasen oder bei logis­tis­chen Ein­schränkun­gen hil­fre­ich ist.

Nein, die Tren­nungs­ber­atung richtet sich vor allem an Sie per­sön­lich und hil­ft Ihnen, mit den emo­tionalen und prak­tis­chen Aspek­ten der Tren­nung umzuge­hen. In manchen Fällen kann es jedoch sin­nvoll sein, dendie Ex-Part­nerin in bes­timmte Gespräche einzubeziehen, beispiel­sweise wenn gemein­same Kinder betrof­fen sind. Dies ist jedoch kein Muss und wird indi­vidu­ell besprochen.

Eine Tren­nung ist beson­ders her­aus­fordernd, wenn Kinder involviert sind. In der Beratung besprechen wir, wie Sie Ihren Kindern die Tren­nung best­möglich erk­lären, welche Kom­mu­nika­tion­sstrate­gien sin­nvoll sind und wie Sie als Eltern weit­er­hin im Sinne Ihrer Kinder zusam­me­nar­beit­en kön­nen. Ziel ist es, den Kindern Sicher­heit zu geben und Kon­flik­te zu min­imieren.

Tren­nungs­ber­atung kann auch in Phasen der Unsicher­heit wertvoll sein. Wenn Sie noch nicht sich­er sind, ob eine Tren­nung der richtige Weg ist, helfe ich Ihnen, Ihre Gefüh­le und Bedenken zu klären. Gemein­sam unter­suchen wir, welche Optio­nen es gibt und ob eine Verän­derung inner­halb der Beziehung möglich ist, bevor endgültige Entschei­dun­gen getrof­fen wer­den.

Ja, alle Sitzun­gen sind ver­traulich. Als sys­temis­ch­er Berater unter­liege ich der Schweigepflicht sowie den Bes­tim­mungen der Daten­schutz­grund­verord­nung. Ihre per­sön­lichen Infor­ma­tio­nen und Inhalte unser­er Gespräche wer­den streng ver­traulich behan­delt und nicht an Dritte weit­ergegeben.

Eine Aus­nahme gilt bei Gefährdungssi­t­u­a­tio­nen: Wenn sich in den Gesprächen zeigt, dass Sie eine Gefahr für sich selb­st oder andere darstellen, bin ich verpflichtet, die Polizei zu informieren. Gle­ich­es gilt, wenn straf­bare Hand­lun­gen in Erwä­gung gezo­gen wer­den.

Nein, die Tren­nungs­ber­atung bein­hal­tet keine psy­chother­a­peutis­che Behand­lung. Sie konzen­tri­ert sich auf die Unter­stützung bei emo­tionalen und prak­tis­chen Her­aus­forderun­gen ein­er Tren­nung durch sys­temis­che Beratung. Eine psy­chother­a­peutis­che Behand­lung ist tief­greifend­er und darf nur von aus­ge­bilde­ten Psy­chother­a­peuten durchge­führt wer­den.

Sollte ich fest­stellen, dass Ihre Sit­u­a­tion eine inten­si­vere psy­chother­a­peutis­che Betreu­ung erfordert, werde ich Ihnen empfehlen, einen Psy­cholo­gen oder Psy­chother­a­peuten aufzusuchen. Die Tren­nungs­ber­atung kann ergänzend zur Ther­a­pie erfol­gen oder als Über­brück­ung, bis die psy­chother­a­peutis­che Behand­lung begin­nt. Meine Begleitung erset­zt keine Psy­chother­a­pie – sie ergänzt und unter­stützt sie.

Ja, Tren­nungs­ber­atung ist auch dann hil­fre­ich, wenn Sie und Ihre Part­nerin die Tren­nung in gegen­seit­igem Ein­vernehmen gestal­ten möcht­en. Die Beratung kann Ihnen helfen, einen respek­tvollen und fairen Prozess zu gestal­ten, ins­beson­dere wenn es um gemein­same Kinder oder finanzielle Regelun­gen geht. Hier kön­nen klare Vere­in­barun­gen getrof­fen wer­den, um die Tren­nung für bei­de Seit­en so har­monisch wie möglich zu gestal­ten.

Nach ein­er Tren­nung mag die Verzwei­flung groß sein — doch am Ende bildet die ehe­ma­lige Beziehung ein weit­eres Fun­da­ment für Ihr zukün­ftiges Leben. Nutzen Sie das. Und bauen Sie großes auf dieses Fun­da­ment. Es ist reich an Erfahrun­gen, Geschicht­en und Emo­tio­nen, die ide­ale Grund­lage für eine bessere Zukun­ft.